Verbesserte Analyse der Fussverkehrsinfrastruktur (CAS Verkehrswende – nachhaltige Mobilität)
/Quartierspaziergang zur Analyse der Qualitäten (Symbolbild, Quelle janeswalk.ch)
Zu Fuss unterwegs sein ist gut für uns und die Umwelt. Diesem platzsparendes Fortbewegungsmittel kommt immer mehr Bedeutung zu und es erhält so auch einen höheren Stellenwert in der Planung. Jedoch ist die Wirkung von Planung im Bereich Fussverkehr nur schwer messbar, weshalb zu Fuss Gehende immer noch häufig das Nachsehen haben. Wie kann die Planung von Fussverkehrsinfrastrukturen verbessert werden, um dem Fussverkehr die Bedeutung in der Planung zu geben, die er verdient?
Im Rahmen des CAS «Verkehrswende – nachhaltige Mobilität» an der OST – Ostschweizer Fachhochschule hat Jennifer Rüegg unterschiedliche Varianten zur Weiterentwicklung der Erhebung der Fussverkehrsinfrastruktur untersucht. Als Grundlage dienten die Projekte GEHsund von Fussverkehr Schweiz und GEHsundZH des Kanton Zürichs.
Das Projekt GEHsund von Fussverkehr Schweiz besteht aus drei Teilen: Untersuchung der Planungspraxis, Bevölkerungsumfrage und Infrastrukturtest. Anhand dieser Analyse wird der Stellenwert des Fussverkehrs in einer Gemeinde ermittelt und Handlungsfelder mit Verbesserungspotenzial aufgezeigt.
Jennifers Seminararbeit fokussiert sich auf den Infrastrukturtest. Sie hat insgesamt sechs Varianten zur Weiterentwicklung dieses Tests untersucht, um den Gemeinden eine möglichst hilfreiche Grundlage zu liefern. Beim Infrastrukturtest wird eine möglichst repräsentative Strecke durch die Gemeinde abgelaufen und die vier Elemente Haltestelle, Querung, Platz und Strecke anhand definierter Kriterien bewertet.
Bereits bei der Recherche stelle sich heraus, dass die Literaturgrundlagen zur Bewertung von Fussverkehrsinfrastrukturen dünn ist und dass es auch international wenige vergleichbare Projekte gibt. Um die Varianten dennoch zu beurteilen, wurden sie auf ihre Umsetzbarkeit, finanziellen Aufwand und Nutzen für die Gemeinde hin analysiert. Zudem verglich Jennifer die Varianten, wo möglich, mit ähnlichen Projekten aus dem Ausland und diskutierte die Ergebnisse mit einem Experten. Für die fünf untersuchten Varianten ergab sich folgende Empfehlung:
Unterschiedliche Gewichtung der Kriterien → nicht zur Weiterentwicklung empfohlen. Eine Gewichtung ist beinahe unmöglich, da das Empfinden gewisser Situationen sehr unterschiedlich ist.
Unterteilung der Kriterien in Kategorien → weiterverfolgen. Anhand von Kategorien können die Bereiche mit dem meisten Potenzial hervorgehoben werden.
Quartierspaziergänge → weiterverfolgen. Quartierspaziergänge sind die ideale Möglichkeit, um die Bedürfnisse der Bewohnenden abzuholen und gleichzeitig die Schwachstellen zu erfahren. Es ist auch für die Politik eine wertvolle Gelegenheit sich mit der Bevölkerung auszutauschen.
Gespräche → je nach Umsetzung. Gespräche mit der Bevölkerung können in die bestehende Begehung integriert werden.
Schwachstellenanalyse → weiterverfolgen als Ergänzung zur heutigen Begehung.
Netzanalyse → weiterverfolgen. Als Ergänzung zur heutigen Erhebung um das Fusswegnetz innerhalb einer Gemeinde zu untersuchen.
Jennifer Rüegg setzt ihr im CAS erarbeitetes Wissen zur nachhaltigen Mobilität bei TEAMverkehr nicht nur für bessere Fussverkehrsinfrastruktur ein, sondern auch im Bereich von Mobilitätskonzepten für Wohnüberbauungen und Unternehmen.
