Velorampen im Selbstversuch befahren
/Prüft oder plant man eine Velorampe, geben unterschiedliche Normen und Merkblätter Auskunft über die maximal zulässige Steigung und die notwendige Breite. Die VSS-Norm besagt maximal 12% Steigung für eine gedeckte Velorampe, das klingt nicht nach sonderlich viel und sollte gut machbar sein. Aber stimmt das?
Intensive Fahrversuche auf einer Rampe
Akribische Messungen
Um ein besseres Gespür dafür zu bekommen, wie anstrengend die Überwindung unterschiedlicher Neigungen ist, haben Mitarbeitende von TEAMverkehr eine Velotour unternommen. Mit Publibikes ging es unterschiedliche Rampen in der Stadt Zürich hoch und runter. Dabei wurde schnell deutlich, dass bereits zusätzliche 2% Steigung in den Waden spürbar sind.
Begonnen wurde die Tour beim neuen Velotunnel am Hauptbahnhof. Nach einer rasanten Abfahrt war die Auffahrt deutlich anstrengender, trotzt einer normkonformen Rampe mit 10% Neigung. Entlang der Limmat, vorbei am Dynamo führte uns unsere Tour über die Kornhausbrücke und anschliessend auf der Limmatstrasse in den Kreis 5 zum Turbinenplatz. Auf dem Weg mussten wir selbstverständlich mehrere Rampen im öffentlichen Raum bewältigen. Obwohl alle Rampen zwischen 6 und 7% Neigung aufwiesen, variierten unsere Schätzungen sehr stark. Meist wurden die Rampen deutlich steiler eingeschätzt, als sie effektiven waren.
Mit starken Waden sind auch 15% Steigung kein Problem
In einer Reihe zur nächsten Rampe
Im Bereich des Turbinenplatzes fanden wir noch zwei Rampen öffentlicher Tiefgaragen. Mit 15% waren diese steiler als eine Velorampe gemäss Norm sein sollte und einige von uns hatten zu kämpfen, um wieder oben anzugelangen. Der Veloweg über den Gleisbogen führte uns an unser letztes Ziel: Die Fuss- und Velorampe auf die Hardbrücke. Eher schmal und mit einer Länge von ca. 100 m wurde diese Rampe bereits von unten kritisch beäugt. Die anstrengende Fahrt nach oben, bestätigte unseren Verdacht: die Rampe ist bestimmt viel zu steil. Leider war unser Messgerät anderer Meinung und zeigte an allen Messstellen eine Neigung von 10 – 11% an.
Nach dieser ausserordentlichen körperlichen Anstrengung stärkten wir uns in der neuen Remise Rosa und diskutierten die unterschiedlichen Rampenerlebnisse.
Strahlende Gesichter trotz Hitze
Fazit
Unterschiedliche Rampen ohne e-Bike abzufahren, hat uns ein Gespür dafür gegeben, wie die Länge und Neigung den Eindruck einer Velorampe beeinflussen. Eine kurze Rampe mit einer Neigun von 15% ist überwindbar, aber mit einer grösseren Anstrengung verbunden und allenfalls für Kinder oder ältere Personen nicht mehr machbar. Hingegen bei einer Rampe mit einer Neigung von 6%, fühlen sich die ersten Meter gut machbar an. Bei einer Länge von 100 m, werden jedoch die letzten Meter auch zu einem Krampf. Aufgrund unserer Erfahrungen sollten Erschliessungen für Velos wenn möglich immer ebenerdig erfolgen.
